Im Sommer 2014 rätselte die Closer über die neue Strandfigur einer TV-Millionärin – und fragte zwei Experten der Alster-Klinik, woran man eine Fettabsaugung erkennt: Dr. med. Jutta Henscheid und Dr. med. Pejman Boorboor. Für zwei Zitate reichte der Platz im Heft. Deshalb hier die ausführlichen Antworten: Dr. Henscheid im Gespräch über Schwellungen, Mieder, Sport – und die Frage, was eine Fettabsaugung kann und was nicht.
Woran man eine Fettabsaugung erkennt
- Die Closer wollte damals wissen, ob man einer Prominenten die Fettabsaugung ansieht. Kann man das?
- In den ersten Wochen durchaus. Nach dem Eingriff schwillt das Gewebe an, es gibt Blutergüsse, und die Haut wirkt an den behandelten Stellen manchmal leicht wellig, weil sie sich erst an die neue Kontur anlegen muss. Wer in dieser Zeit im Bikini am Strand steht, dem sieht ein geübtes Auge das an. Ist die Heilung abgeschlossen, sollte man nichts mehr sehen – das ist ja das Ziel. Kleine Dellen bleiben nur, wenn ungleichmäßig abgesaugt oder das Mieder zu früh weggelassen wurde.
- Wie lange dauert es, bis nichts mehr zu sehen ist?
- Schwellungen und Blutergüsse gehen in den ersten zwei bis drei Wochen zurück. Gesellschaftsfähig ist man meist nach zwei bis drei Tagen, die Kontur wird von Woche zu Woche klarer. Das endgültige Ergebnis zeigt sich nach einigen Monaten, wenn sich die Haut vollständig zurückgezogen hat.
- In der Closer sagten Sie: zwei Monate kein Sport, keine Sauna, kein Solarium. Gilt das noch?
- Im Kern ja. Das Kompressionsmieder tragen unsere Patientinnen vier bis sechs Wochen, es hält die Schwellung klein und hilft der Haut, sich anzulegen. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist früh erlaubt, Sport ohne Einschränkung nach vier bis sechs Wochen. Sauna, Solarium und pralle Sonne verschieben wir, bis Blutergüsse und Schwellungen abgeklungen sind – Wärme treibt die Schwellung, und frische Narben verfärben sich in der Sonne.
Was der Eingriff kann – und was nicht
- Was passiert bei einer Fettabsaugung eigentlich?
- Über wenige Millimeter kleine Schnitte werden feine Kanülen eingeführt, die das Fett aus dem Bindegewebe lösen. Unsere Chirurgen arbeiten vibrationsunterstützt, das schont Blut- und Lymphgefäße. Je nach Umfang dauert das ein bis drei Stunden, in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose, ambulant oder mit einer Nacht bei uns. Pro Eingriff lassen sich bis zu etwa vier Liter Fett absaugen.
- Bei Prominenten heißt es schnell, sie hätten sich „schlank saugen“ lassen. Geht das?
- Nein, und das sage ich jeder Patientin gleich im ersten Gespräch. Eine Fettabsaugung ist keine Methode zum Abnehmen, sondern eine Formung: Sie entfernt Polster, die trotz Sport und gesunder Ernährung bleiben – an Bauch, Hüfte, Oberschenkeln, Knien oder am Kinn. Das Gewicht sollte vorher stabil sein. Die abgesaugten Fettzellen kommen nicht zurück, das Ergebnis ist deshalb dauerhaft, solange das Gewicht hält.
- Was raten Sie jemandem, der nach so einem Artikel über eine Fettabsaugung nachdenkt?
- Zuerst eine ehrliche Bestandsaufnahme: Was stört, und ist es wirklich ein örtliches Polster? Dann ein Gespräch mit einem Facharzt, der die Haut beurteilt – bei wenig Elastizität ist manchmal eine Straffung die bessere Antwort. Und Geduld: Wer das Mieder konsequent trägt und die Kontrolltermine wahrnimmt, bekommt das Ergebnis, das er sich vorgestellt hat. Nicht über Nacht, aber dafür von Dauer.
Zum Artikel: Der Beitrag aus der Closer 28/2014 vom 2. Juli 2014 als PDF. Die Antworten in diesem Beitrag gab Dr. med. Jutta Henscheid für die Alster-Klinik Hamburg.






